Am 8. März bei strahlendem Sonnenschein brachen die 9. Klassen des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums auf nach Dachau, um dort die KZ-Gedenkstätte zu besuchen. Das frühlingshafte Wetter schien unpassend für diesen Ort zu sein, dennoch waren die Guides, die die Schülerinnen und Schüler über das Gelände und durch die Ausstellung führten, in der Lage, den Jugendlichen eindrücklich vor Augen zu führen, was es für Menschen damals bedeutete, in Dachau inhaftiert zu sein.

„Wer verstehen will, wie alles angefangen hat, der muss nach Dachau kommen“, so Andrea Heller, eine der Guides, die eine Gruppe leitete: „Dachau war das Vorbild, an dem sich alle späteren Konzentrationslager orientierten.“ Das erste Lager dieser Art wurde von den Nationalsozialisten keine zwei Monate nach der Einsetzung Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 eröffnet.

Vieles bringen die Jugendlichen an Vorwissen mit, hier aber auf dem Gelände wird aus dem Wissen die beklemmende Erkenntnis, wie erniedrigend und entmenschlichend das Unrechtsregime des Nationalsozialismus wirklich war. Die Exkursion an diese Gedenkstätte ist eingebettet in ein Gesamtprogramm Prävention für die Klassenstufe 9. Dazu gehört ein Kurzseminar zum Thema Rechtsextremismus mit der Leiterin der Fachstelle im Landratsamt, Frau Großhans, sowie Teile des Geschichts-, Gemeinschaftskunde-, Religions- und Ethikunterrichts. Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zielt diese Ausfahrt darauf ab, Werte wie Toleranz, Achtung vor der Würde des Menschen, das Bekenntnis zu Grund- und Menschenrechten und zur Nächstenliebe greifbar zu machen.

Und scheinbar unvermittelt stellen die Schülerinnen und Schüler Gegenwartsbezüge her, wenn sie erkennen, wie durch Sprache damals wie heute Ausgrenzung betrieben wurde und wird und wie sich der politische Diskurs auch heute immer wieder des damaligen Jargons bedient. Dass dies keine Spitzfindigkeiten sind – auch das wird in Dachau zur Erkenntnis.

Nur wer die Geschichte seines Landes kennt und sich mit ihr auseinandersetzt, ist nicht dazu verdammt, sie zu wiederholen. Die Schülerinnen und Schüler waren sich bei der Nachbesprechung einig: Diese Exkursion ist notwendig!

Gedankt sei den Eltern der Klassenstufe 9, die die Fahrt mit dem Gewinn des Abschlussballs finanziell ermöglichten. Ein Dank gilt auch den Lehrerinnen und Lehrern, die die Exkursion begleitet, vor- und nachbereitet haben: Peggy Bauer, Samuel Feinauer, Martina Fuchs und Gabi Gabel.