Am Montag den 6. November ging es endlich los nach Berlin. Vier Tage hatten wir Zeit die Hauptstadt zu erkunden und kennenzulernen. Vor allem über die Geschichte wollten wir möglichst viel lernen. Das Programm, das wir selbst zusammengestellt hatten, basierte auf verschiedenen Tagen mit unterschiedlichen Mottos.

Den Anfang machte der Montag, der vor allem aus der Anreise und dem Beziehen unserer Unterkunft, ein Hostel in bester Lage und unmittelbarer Nähe zur berühmten Friedrichstraße, bestand. Anschließend besuchten wir den weltbekannten Check-Point-Charlie, der ehemalige Grenzübergang vom russischen in den amerikanischen Sektor. Direkt daneben findet man ein beeindruckendes Panoramabild des Künstlers Yadegar Asisi, das ein 360°-Bild der Mauer in der 1980er-Jahren zeigt und dem Betrachter ein Gefühl dafür gibt, wie das geteilte Berlin aussah.

Den Dienstag nannten wir den DDR-Tag. Der Höhepunkt dieses Tages war das ehemalige Stasi-Gefängnis, das heute eine Gedenkstätte ist. Durch dieses Gebäude, in dem viele abscheuliche Dinge zwischen 1945 und 1989 passierten, führte uns ein Zeitzeuge, der uns zeigte, wie menschenverachtend der Alltag in diesem Horrorhaus für die meist unschuldigen Gefangenen war. Er selbst verbrachte hier einige Zeit in den 1980er-Jahren aufgrund einer angeblichen Freundin, die seine Fluchtpläne verraten hatte. Nach einer Mittagspause trafen wir uns noch einmal am Check-Point-Charlie, um zwei Museen zu besuchen.  Auf das erste, die sogenannte Black Box, die über die politischen Ereignisse des Kalten Krieges informiert, folgte ein Museum über die zahlreichen Fluchten und Fluchtversuche aus der DDR.

Der Bundestag und das Wahrzeichen Berlins schlechthin, das Brandenburger Tor, wurden am politischen Tag, dem Mittwoch, besucht. Wir begannen den Tag jedoch mit dem Tränenpalast, ein Museum am ehemaligen Grenzübergang zur DDR. Er wird so genannt, da sich hier zahlreiche Familien, die durch die Mauer voneinander getrennt wurden, auf Wiedersehen sagen mussten. Anschließend ging es zum Brandenburger Tor und zur amerikanischen Botschaft. Auf dem Weg vom Brandenburger Tor zur Siegessäule wurden wir von einem Anruf aus dem Büro unseres Bundestagsabgeordneten Christian Lange überrascht. Er bot uns an, dass wir uns mit ihm treffen könnten. Also machten wir uns auf den Weg zum Paul-Löbe-Haus, das direkt neben dem Reichstag liegt und in dem wir eine Stunde lange ein sehr interessantes Gespräch mit Herrn Lange führten. Er erklärte uns sehr ausführlich, wie der Bundestag arbeitet, und gab uns auch einen guten Eindruck von seiner Meinung über die aktuelle politische Situation Deutschlands. Nach einem dortigen Mittagessen wurden wir in das Reichstagsgebäude geführt und bekam dort auf den Besucherbänken einen Vortrag über die Arbeit der Legislative. Leider fanden aufgrund der zu dem Zeitpunkt noch andauernden Koalitionsverhandlungen keine Sitzungen des Bundestags statt.

Der NS-Tag bestand vor allem aus mehreren Museen über die dunkelste Zeit in der Geschichte unseres Landes. Nach einem Besuch des Holocaustdenkmales und dem zugehörigen Museum bekamen wir noch die Topografie des Terrors und das jüdische Museum zu sehen. Alle drei Museen geben einen atemberaubenden Eindruck auf das Leben und Leiden der damaligen Juden und der Organisation des NS-Staates. Nachdem wir den ganzen Tag gehofft hatten, bekam ein Teil der Gruppe doch noch die Chance im Publikum von Maybrit Illner, einer Talkshow des ZDF, zu sitzen. An der Diskussion, die sich um den Rückblick auf ein Jahr mit Donald Trump als US-Präsident drehte, nahmen unter anderem der Journalist Claus Kleber, ein Moderator des ZDF, und der zum damaligen Zeitpunkt geschäftsführende Außenminister Sigmar Gabriel teil.

Freitags hieß es leider Abschiednehmen. Nach einem kleinen Missgeschick der Deutschen Bahn, der leider nach eigenen Angaben der Wagon, in dem wir unsere Plätze reserviert hatten, abhandengekommen war, kamen wir wieder zuhause in Murrhardt an, wenn auch mit Verspätung.

Alles in allem war es eine spannende Exkursion, für die wir uns sehr bei Frau Gabel und Herr Gröll bedanken möchten, die sie erst möglich machten. Für uns ist klar: Nach Berlin sollte jeder mal!

Bericht: Celine Dieterich