Bei der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag wirkte der Literaturgrundkurs des HvZG unter der Leitung von Herrn Spiegler mit.

Die Murrhardter Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 20.11.2017:

Der Beitrag jedes Einzelnen zählt -

Harmonisch stimmige Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Murrhardt – Literaturkreis des Gymnasiums wirkt mit

„Wir haben einen Traum: Stellt euch vor, alle Menschen lebten ihr Leben in Frieden zusammen, und die ganze Menschheit wäre in Brüderlichkeit miteinander verbunden“. Dies war die Kernbotschaft einer Textcollage zum Thema Frieden für die städtische Gedenkfeier zum Volkstrauertag.

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Heuer bildeten die verschiedenen Wort- und Musikbeiträge ein stimmiges, harmonisches Ganzes. Gemeinsam trugen die Schülerinnen Mara Balle, Rebekka Bögel, Simone Rauch und ihr Lehrer Rudolf Spiegler vom Literaturkurs am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium Murrhardt die Textcollage vor. Diese hatten sie aus Texten von John Lennon, Martin Luther King, Wolfgang Borchert, Josef Reding und den Sängerinnen Tamara & Julia zusammengestellt. Dazu riefen die Literaturkursmitglieder die Zigtausende von Opfern in Erinnerung, die jedes Jahr bei verschiedenen Konflikten umkommen, und brachten das Wort „Frieden“ in verschiedenen Sprachen zum Ausdruck.

V.l.n.r: Simone Rauch, Rebekka Bögel, Mara Balle, Herr Spiegler

„Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts“: Diese Devise des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt bildete das Motto der Ansprache von Bürgermeister Armin Mößner. Der Volkstrauertag gelte dem Gedenken an die vielen Millionen Menschen, die ihr Leben auf grausame Weise verloren haben. „Wir brauchen den Volkstrauertag aus Respekt vor den Opfern von Krieg, Gewalt, Terror, Rassismus und Verfolgung, damit das, was geschehen ist, nicht verdrängt wird“, betonte er.

Bereichernd und wichtig sei, dass Mitglieder des Literaturkurses bei der Gestaltung der Gedenkfeier im Heinrich-von-Zügel-Saal mitwirkten, um der Jugend den Wert von Frieden und Freiheit zu vermitteln. „Wir sollten uns dafür einsetzen, dass die junge, heranwachsende Generation erfährt, was und wie in den beiden Weltkriegen geschah“, betonte Mößner. Es gebe noch viele Orte, die von der Sinnlosigkeit des Krieges erzählen, wie der Ring der Erinnerung nahe Arras.

Diese französische Stadt war im Ersten Weltkrieg schwer umkämpft: Vor über 100 Jahren, im Frühjahr 1917, starben dort in einer großen Schlacht über 250000 Menschen. In Murrhardt, Fornsbach und Kirchenkirnberg habe die Bevölkerung in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs im April 1945 den Krieg am eigenen Leib erfahren, und etliche verloren ihr Leben durch Beschuss und Luftangriffe, verdeutlichte der Bürgermeister.

In vielen Gegenden der Welt, wie im Nahen Osten oder Afrika, seien Kriege und gewalttätige Übergriffe mit vielen unschuldigen Opfern für die Menschen heute Lebenswirklichkeit und der Frieden weit weg. Doch: „Krieg ist kein Mittel für die Lösung von Konflikten. Nur wenn die Erinnerung an die Gräuel von Krieg und Vernichtung bewusst bleibt, wird es zu einer Ächtung dieser Unmenschlichkeit kommen. Demokratie, Rechtsstaat und ein soziales Miteinander sind die wichtigsten Eckpfeiler für ein friedliches Zusammenleben“, stellte Mößner klar. „Frieden zwischen Menschen und Völkern muss zur Selbstverständlichkeit werden. Hass, Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Deshalb dürfen wir nicht wegschauen, wenn sich solche Tendenzen breitmachen. Nur wenn es uns gelingt, den inneren Frieden zu bewahren, wird Frieden für alle Menschen möglich sein“. Darum sprach Mößner allen Dank und Anerkennung aus, die sich in vielfältiger Weise für den Frieden einsetzen.

Er erinnerte an den ersten Bundeskanzler und bekennenden Europäer Konrad Adenauer (1876 bis 1967), der erkannt hatte, dass ein vereintes Europa nicht bestehen könne „ohne die engste Verbindung, Freundschaft und Solidarität der beiden Nachbarstaaten Frankreich und Deutschland“. Weiter rief Armin Mößner jeden Einzelnen dazu auf, nach seinen Möglichkeiten einen eigenen Beitrag zum Frieden zu leisten. „Ob wir die Lektionen der Vergangenheit gelernt haben, ist offen, aber wir entscheiden mit darüber, wie das 21. Jahrhundert weiter verlaufen wird“, unterstrich er.

Die musikalische Umrahmung der Gedenkfeier gestalteten Alena Kondratova (Violine) und Alexander Konrad (Klavier), Lehrkräfte an der Musikschule Schwäbischer Wald/Limpurger Land, mit klangschön präsentierten Werken von Ellerton, Massenet und Sarasate, die ein breites Spektrum der Emotionen umfassten. Vom Heinrich-von-Zügel-Saal zogen die Teilnehmer hinauf zu den Gedenkstätten am Feuersee, wo Mitglieder der Reservistenkameradschaft und Freiwilligen Feuerwehr Kränze niederlegten, musikalisch begleitet von einer Bläsergruppe des Musikvereins Stadtkapelle Murrhardt. Auch in Fornsbach, Kirchenkirnberg und Vorderwestermurr erfolgten Kranzniederlegungen durch Stadträte.