Am 23.10. fand der vom Freundeskreis organisierte Berufsinformationsabend am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium statt. Zu Gast war das Renn-Team der Uni Stuttgart, das sowohl über ihr Projekt als auch über MINT-Studiengänge informierte.

Die Murrhardter Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 27. Oktober 2017.

Praxis, Spaß und Kontakte sind der Lohn -

Rennteam der Universität Stuttgart stattet Gymnasium Murrhardt Besuch ab – Studenten berichten über Entwicklungsarbeit -

Victoria Kelich und Johannes Burgbacher vom Rennteam der Universität Stuttgart waren beim Heinrich-von-Zügel-Gymnasium Murrhardt zu Gast. Im Gepäck hatten sie ihr Rennauto. An der Entstehung des zwölften seiner Art waren beide Studenten maßgeblich beteiligt und informierten die Schüler über die Entwicklungsarbeit.

Von Katharina Klein

MURRHARDT. „Uns ist es ein großes Anliegen, jungen Schülern zu vermitteln, dass man mit einem ingenieurwissenschaftlichen Studium richtig tolle Sachen machen kann“, sagt Victoria Kelich über ihre Motivation, das Rennauto in Schulen vorzuführen. Seit 13 Jahren gibt es das Rennteam an der Universität Stuttgart. Jedes Jahr wird ein neuer Wagen entwickelt. Beim jüngsten Berufsinfoabend des Freundeskreises gab es den Zwölften beim Murrhardter Gymnasium zu bestaunen. Gerade noch rechtzeitig schafften Kelich und Burgbacher es in den schwäbischen Wald. Beim Ausladen des Fahrzeuges war dann die Muskelkraft der Schüler gefragt.

Als Organisationsleiterin des aktuellen Teams kennt Victoria Kelich sich bestens mit dem Ablauf eines Entwicklungsjahres aus. Sie studiert Wirtschaftsingenieurwesen, Johannes Burgbacher Fahrzeug- und Motorentechnik. Er hat auf dem Gebiet der Aerodynamik mitgewirkt.

Beide sind für ein Jahr aus dem Studium ausgestiegen, um beim Rennteam dabei zu sein. Nebenher ist das Projekt nämlich kaum zu meistern: „Wir arbeiten von 6 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts. Manchmal macht man sogar die Nächte durch und schläft im Büro“, erzählt Victoria Kelich. Insgesamt umfasst das Team 40 Studenten. Maximal sechs von ihnen kommen jedoch in den Genuss, das fertige Auto auf den Formula-Student-Rennen zu fahren. „Wir veranstalten eine Kart-Meisterschaft. Diejenigen, die am besten abschneiden, dürfen später mit dem Auto fahren“, berichtet die Studentin über den Auswahlprozess. In diesem Jahr landete die Universität Stuttgart bei der Formula Student Austria auf Platz 1, bei der Formula Student Germany und der Formula Student Spain beide Male auf Platz drei. Nach dem letzten Rennen in Michigan darf auch Johannes Burgbacher mit dem Rennauto auf Tuchfühlung gehen: „Dann sind alle Wettbewerbe vorbei, und wir machen ein Teamfahren“, sagt der angehende Ingenieur.

Obwohl der schnittige Wagen Gemeinsamkeiten mit einem Formel-1-Auto aufweist, gibt es einige Unterschiede. „Die Aerodynamik ähnelt einem Formel-1-Wagen, aber unserer kommt nur auf eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde. Das hört sich zwar nicht viel an, aber die Rennstrecken sind auch enger“, informiert Burgbacher seine jungen Zuhörer. Bereits im Oktober wird an der Konstruktion für das Nachfolgemodell gearbeitet. Das Wissen der vorherigen Entwicklungen geht dabei aber nicht verloren: „Unser Alumninetzwerk ist sehr gut. Das Reglement ändert sich zwar jedes Jahr, aber die Wagen werden immer weiterentwickelt“, so Victoria Kelich.

Eine finanzielle Entschädigung bekommt übrigens niemand aus dem Team, es geht rein um die Erfahrung, mit dabei zu sein: „Es gibt keine Vorlesung nach dem Motto: ,Wie baue ich einen Rennwagen?‘ Mann muss sich sehr viel selbst aneignen und sammelt dabei Praxiserfahrungen. Das Einzige, was man als Lohn für die Arbeit bekommt, ist Spaß und dass man Leute aus dem Motorsport kennenlernt“, fasst Victoria Kelich zusammen.