Am 11. Oktober fand die Auftaktveranstaltung zum Projekt Berufs- und Betriebsorientierung (BBO) für die Klassenstufe 10 statt. Nähere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Die Murrhardter Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 14.10.2017.

Betriebe vor Ort bieten Chancen -

Auftaktveranstaltung der Berufs- und Betriebs-Orientierung für Zehntklässler des Murrhardter Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums

Mit einer Fülle verschiedenster Ausbildungsberufe und dualen Studiengängen, Praktika sowie guten Karrierechancen auch im Ausland machten Vertreter von Ufom-Mitgliedsunternehmen Gymnasiasten Lust auf eine spannende Entdeckungsreise in die facettenreiche Welt der heimischen, auch international tätigen Wirtschaft.

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. „Wisst es zu schätzen, seid neugierig, nutzt die Chancen und Angebote, um Einblicke in möglichst viele verschiedene Firmen und Berufe zu bekommen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln“, betonte Schulleiter Henning Zimmermann. „Wir haben großes Interesse daran, euch zu motivieren, in der Region zu bleiben“, verdeutlichte Ufom-Vertreterin Karin Galan bei der Auftaktveranstaltung der Berufs- und Betriebs-Orientierung (BBO) für die Zehntklässler des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums. Die Ufom-Mitgliedsunternehmen böten ein breites Spektrum unterschiedlicher Berufe und suchten händeringend Fachkräfte: Dort könne man sich dank direktem Draht zum Chef stärker einbringen, zudem wohne man im Oberen Murrtal günstiger, habe kurze Wege und mehr Freizeit, hob Galan hervor, die beim Ufom für den Kernbereich Schule/Betrieb zuständig ist.

Der öffentliche Dienst sei zurzeit sehr gefragt, berichtete Uwe Matti, Leiter des Amtes für Wirtschaft, Kultur und Tourismus bei der Stadtverwaltung. Er informierte die Schüler über die Möglichkeit, internationale Betriebspraktika in den Partnerstädten Frome, Château-Gontier und Rabka zu absolvieren, die die Stadt vermittle und mit Zuschüssen unterstütze. Zudem gab Matti einen Überblick über die Ausbildungen und Berufe im Bereich der öffentlichen Verwaltung wie Public Management, machte aber auch auf die Stadtwerke und deren Bedarf an Ingenieuren und technischen Spezialisten aufmerksam.

„Denkt auch über eine klassische Ausbildung nach“, empfahl Dagmar Differenz, Ausbildungsleiterin der Firma Murrelektronik in Oppenweiler, deren Schwerpunkt der Bau von automatisierten Anlagen für die Auto- und Nahrungsmittelindustrie ist. Sie bietet Ausbildungen sowie duale Studiengänge in technischen Berufen, aber auch für Mediengestalter an. Sven Wieland, Personalleiter des Standorts Murrhardt der Schweizer Group, stellte verschiedene Ausbildungen und Berufe des Unternehmens vor, das in der Walterichstadt Teile für die Autoindustrie produziert und dringend Fachkräfte für den Standort in China sucht.

Auf das sehr vielfältige Berufsspektrum des Weltkonzerns Bosch wies Stephan Krzok hin. Er ist Personalleiter des Standorts Murrhardt, der zum Geschäftsbereich Bosch Power Tools gehört und Elektrowerkzeuge für Handwerker und die Autoindustrie fertigt. Jasmin Jeske, ganz neu beim Fichtenberger Gewindefahrwerke-Spezialist KW automotive in der Buchhaltung tätig, erläuterte technische Ausbildungs- und duale Studiengänge wie Maschinenbau-Ingenieur oder Industriekaufmann.

Interessante Jobs in der Hard- und Software-Entwicklung sowie bei der Herstellung von Hightechprodukten zur Bildverarbeitung und Informationserkennung biete die Oppenweiler Firma Matrix Vision an, so deren Gründer Armin Armingeon. Diese kämen zum Einsatz in den Fahrerassistenzsystemen von Autos, in der Überwachungstechnik, aber auch bei der Qualitätssicherung in der Industrieproduktion. Martin Keller, stellvertretender Leiter des Beratungscenters Murrhardt der Kreissparkasse Waiblingen, stellte die verschiedenen Ausbildungs- und Berufsbilder im Bankwesen vor.

Berufs- und Studienberaterin Elisabeth Blitt von der Agentur für Arbeit (Arge) bot den Jugendlichen Beratungen in der Schule oder in Backnang an. Auch bei der Arge gebe es viele berufliche (Aufstiegs-)Möglichkeiten sowie die Studiengänge Beratung und Arbeitsmarktmanagement, sagte sie auf Nachfrage. „In kleinen Firmen habt ihr viel bessere Karrierechancen“, motivierte Freundeskreis-Vorstandsmitglied Gerlinde Fohrer die Jugendlichen zusätzlich.

Alle Firmenvertreter verwiesen auf ihre Internetauftritte: Dort seien alle Detailinformationen über Praktika, Ausbildungen und Berufe zu finden. Einige Schüler nutzten die Möglichkeit zu einem kurzen Gespräch mit Firmenvertretern, legten sich indes aber noch nicht fest, welches Unternehmen sie kennenlernen wollen. Sophie Klein beispielsweise interessiert sich für Berufe im Bereich Marketing und Design und plant ein Praktikum in einem Krankenhaus. Charlotte Rischs Schwerpunkte sind Biologie und Medizin, sie will ein Praktikum bei einem Tierpräparator in Winnenden absolvieren. Alexander Kitschke hat vor, naturwissenschaftlich in Chemie und Physik zu arbeiten, deshalb strebt er ein Praktikum an im Stuttgarter Forschungsinstitut Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Anschließend informierte das BBO-Lehrerteam mit Theresa Bilharz, Dr. Jürgen Oelschläger und Frank Gröll die Schüler über den Ablauf des BBO-Projekts. Das Entscheidungstraining unterstützt sie dabei, sich über ihre Fähigkeiten und Potenziale klar zu werden und sich Lebens- und Berufsziele zu stecken. Im kommenden Dezember und Januar trainieren sie Bewerbungsschreiben und -gespräche, im Februar und März folgen Unternehmenserkundungen in Betrieben und deren Abteilungen mit anschließender Präsentation der Abläufe. Im einwöchigen Berufspraktikum intensivieren die Jugendlichen ihre praktischen Erfahrungen, wobei eigenständige Entscheidungen und Übernahme von Verantwortung besonders gefördert werden.

Quelle: http://www.murrhardter-zeitung.de/node/1076986