Am 15.12.2016 organisierte der Freundeskreis des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums einen Berufsinformationsabend zu Thema "Sport, Gesundheit und Ernährung". Die Murrhardter Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 14.01.2017:

Viele Wege führen zum Berufsglück

Beim Infoabend am Murrhardter Gymnasium geben Praktiker aus den Bereichen Sport, Gesundheit und Ernährung Einblick

„Der Beruf hat etwas mit mir gemacht, ich habe mich durch ihn verändert“, resümierte Physiotherapeut Patrick Hawle mit Blick auf seinen bisherigen beruflichen Weg beim Informationsabend des Freundeskreises im Heinrich-von-Zügel-Gymnasium. Berufspraktiker aus den Bereichen Sport, Gesundheit und Ernährung waren begehrte Gesprächspartner. Wieder einmal zeigte sich beim vergangenen Berufsinformationsabend, dass kaum einer der Berufspraktiker einen schnurgeraden Weg hinter sich hat. Die Vertreter berichteten von schwierigen Entscheidungen, der einen oder anderen Sackgasse, aber auch von Aha-Erlebnissen und dem Gefühl, das Richtige für sich selbst gefunden zu haben, wie der Freundeskreis in seiner Nachschau über den Abend wissen lässt.

 

Andrea Bleher, Diplom-Agraringenieurin, hat sich schon immer dafür interessiert, wie Lebensmittel vom Acker über verschiedene Stationen bis auf den Teller kommen. Selbst auf dem Bauernhof aufgewachsen, ist sie heute Koordinatorin für das Projekt „Klassenzimmer Bauernhof“ des Bauernverbandes und schult Kinder in der Wahrnehmung, Verarbeitung und Zubereitung von gesunden Lebensmitteln. Erfahrung hat die siebenfache Mutter genug, trotzdem bildet sie sich ständig weiter und verbindet bei ihrer Arbeit das Fach mit dem pädagogischen Können.

Christina Fahrner wusste nach dem Abitur – wie viele andere – nicht so recht, wo ihre berufliche Heimat sein sollte. Nach einem Umweg über ein mögliches Lehramtsstudium machte sie ein Praktikum bei der mhplus-Krankenkasse, das ihr so gut gefiel, dass sie das duale Studium BWL-Gesundheitsmanagement anschloss. Sie blieb der Krankenkasse treu und erklärte den Zuhörern, was die Arbeit im Bereich Unternehmensstrategie bedeutet.

Manuel Busch, stellvertretender Geschäftsführer der SG Sonnenhof Großaspach, erläuterte, was auf ein Studium folgen kann, das er an der Sporthochschule Köln absolvierte. Den A-Lizenztrainerschein hat er ebenfalls in der Tasche. Über den DFB führte sein beruflicher Weg nach Großaspach, wo er den Aufstieg der SG Sonnenhof miterlebte und die Zuhörer wissen ließ, wie spannend und abwechslungsreich seine Arbeit ist: „Ich habe mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun und weiß nie, was der nächste Tag bringt. Es ist einfach jeder Tag anders und der große Sprung der SG Sonnenhof von der Regionalliga in die Dritte Liga hat das alles noch vervielfacht“.

Maximilian Rupp studiert im dritten Semester BWL-Foodmanagement (dualer Studiengang) in Heilbronn: „Gerade haben wir 70 Prozent BWL, Mathe, Statistik und Kostenrechnung!“ Seine Ausbildung umfasst das Studium in Heilbronn und die Praxisphasen in einer Metzgerei in Schorndorf im dreimonatlichen Wechsel. Seine Begeisterung ist ihm anzumerken, als er schildert, wie „genial“ Theorie und Praxis zusammenpassen können. Im Studium habe er in einer Vorlesung die Änderungen und Vorschriften, die mit der Mitte Dezember in Kraft getretenen Lebensmittelverordnung gelernt und direkt in seinem Praxisbetrieb umsetzen und anwenden können. Natürlich profitiert auch der elterliche Betrieb in Sulzbach vom Fachwissen.

Amelie Vogler hat acht Jahre ihrer Kindheit in Amerika verbracht, hat dort viel Sport getrieben und wusste ziemlich früh, dass dieser auch in beruflicher Hinsicht eine Rolle spielen sollte. Nach dem Abitur am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium machte sie die Sportaufnahmeprüfung und jetzt ist sie im fünften Semester Sportwissenschaften an der Universität Stuttgart. „Informiert euch vorher über die Schwerpunkte der Sporthochschulen“, so ihre Empfehlung, „die haben recht unterschiedliche Ausrichtungen“. Ihr eigenes Studium beschrieb sie als breit gefächert und mit frühen Angeboten, was wertvolle Praxiserfahrungen anbelangt.

Patrick Hawle, Physiotherapeut in der Murrhardter Praxis Hochreiter, beeindruckte die Zuhörer mit der Zufriedenheit, die der junge Mann ausstrahlt: „Ich gehe abends nach Hause, und vielleicht kann einer mit meiner Hilfe wieder gehen oder den Arm bewegen oder hat keine Schmerzen mehr.“ Das sporne ihn an, auch trotz Berufserfahrung immer wieder an Weiter- und Fortbildungen teilzunehmen. Besonders die Schmerztherapie habe es ihm angetan, und dort möchte er seinen Schwerpunkt setzen. Besonders hervorzuheben seien die unglaublich unterschiedlichen Menschen, mit denen er zu tun habe und von denen er auch gelernt habe: „Ich kann heute viel besser auf Menschen zu- und mit ihnen umgehen.“

Maximilian Weiß bewies, dass die Erkenntnis, einen für sich falschen Weg eingeschlagen zu haben, keine Sackgasse sein muss. In seinem Studium BWL-Versicherung wurde ihm klar, dass weder der Außendienst, in dem er begonnen hatte, noch der Innendienst mit Verwaltungstätigkeiten sein Ding war. So begann er das Studium der Gesundheitswissenschaften und absolviert parallel dazu eine Ausbildung als Krankenpfleger am Klinikum Esslingen.

Dass es wichtig ist, das, was man im Beruf zu tun hat, auch liebt, zog sich wie ein roter Faden durch die Aussagen an diesem Berufsinformationsabend des Freundeskreises. In den anschließenden kleinen Gesprächsrunden scharten sich die Zuhörer um die Referenten. Das BBO-Schülerteam Tim Danner, Jule Feick, Lea Häußermann und Benedikt Nicolai, die ein Jahr lang bei der Organisation der Abende tatkräftig mithalfen, waren sich einig: „Es ist jedes Mal aufs Neue interessant, die einzelnen beruflichen Werdegänge zu erfahren, und es wird einem erst einmal bewusst, was man alles studieren kann und nach einem Studium in viele verschiedene Bereiche einsteigen kann. Es ist toll, dass man die Referenten einfach alles fragen kann.“ Ein fußballbegeisterter Schüler schloss an: „Es war sehr spannend, Einblick hinter die Kulissen eines Drittligavereins zu bekommen und zu sehen, dass dort sehr viel mehr dahintersteckt, als nur Fußball spielen.“