Musical „Martin Luther King“ war Höhepunkt im Weihnachtskonzert des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums

Aus der Murrhardter Zeitung (04.12.2015):

Ein unmissverständliches Zeichen für den Frieden zwischen allen Menschen und ein eindrucksvolles Bekenntnis zum Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ setzten die Schüler des Heinrich-von-Zügel-Gymnasiums mit ihrer mitreißenden Aufführung des Friedensmusicals „Martin Luther King“ beim Weihnachtkonzert.

 

Voller Schwung und Spielfreude: Der Unterstufenchor präsentierte das Musical „Martin Luther King“. Foto: E. Klaper


Von Elisabeth Klaper

Die große Sängerschar des von Angela Westhäußer-Kowalski geleiteten Unterstufenchors legte sich voll ins Zeug. Voller Schwung und Singfreude präsentierten die schwarz gekleideten Schüler mit weißen Schals das Musical. Es erzählt vom gewaltlosen Kampf des Pastors Martin Luther King um Rassengleichheit und Gleichberechtigung in den USA. Ausdrucksstark und emotional mit rhythmischen Bewegungen und Gesten, Fingerschnippen und Klatschen sangen die Schüler die eingängigen, poppigen Songs von Andreas Hantke in teils komplexer Rhythmik mit Texten von Ulrich Haberl.

Engagiert veranschaulichte eine kleine Schülergruppe die entscheidenden Schlüsselereignisse in kurzen Spielszenen. Ein Sitzplatz-Streit im Schulbus zwischen Schülern mit Migrationshintergrund und deutschen Gymnasiasten in der Gegenwart bildet die Rahmenhandlung. Daraufhin erzählt der Religionslehrer den Jugendlichen in kurzen historischen Rückblicken die wichtigsten Stationen auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Farbigen und Weißen in den 50er- und 60er-Jahren. Die Schwarze Rosa Parks, die 1955 ihren Sitzplatz nicht für einen Weißen räumte, löste einen 381 Tage dauernden Busboykott aus.

Mit beißender ironischer Schärfe verdeutlichten die Schüler in harten Staccato-Klängen die menschenverachtende Diskriminierung der Farbigen durch die Weißen. Im Kontrast dazu schilderten klangschöne, melodische Songs Pastor Martin Luther Kings gewaltlosen Einsatz für den Frieden und die Rechte der Schwarzen. Ebenso seine Vision in der berühmten Rede „Ich habe einen Traum“: Eines Tages werden aus Feinden Freunde und leben alle Menschen in Frieden miteinander. 1964 erhielt King für sein Engagement den Friedensnobelpreis, wurde aber 1968 ermordet. Mit Verve und innerer Überzeugung brachte der Unterstufenchor die Friedens- und Weihnachtsbotschaft des Musicals grandios zur Geltung.

In frohe Vorweihnachtsstimmung versetzten Unter- und Oberstufenchor das Publikum mit dem rhythmisch flotten „Glory Halleluja“ von Henry O. Millsby. Für Furore sorgte die von Anna Koch-Bader geleitete Orchesterband mit der facettenreichen Filmmusik aus „Game of Thrones“ von Ramin Djawadi. Darin verband er fantasievoll musikalische Elemente verschiedener Kulturen mit pulsierender, vorwärtsdrängender Rhythmik. Viel Vergnügen machte das swingend-stimmungsvolle Medley amerikanischer Weihnachtslieder „Jazzy Holidays“ von Johnnie Vinson.

Bravo-Rufe und starken Beifall heimste der von Veronika Hille geleitete Oberstufenchor ein für das bezaubernde „You raise me up“ von Rolf Lovland mit wunderschönen Solostimmen, das festliche barocke „Gloria“ von Paul Kickstat und den Weihnachtsglocken-Kanon „Ding dong“. Harmonisch und klangschön bot der Lehrer-Eltern-Chor Felix Bernards swingendes „Winter Wonderland“ und John Rutters besinnliches „A clare benediction“ dar. Abschließend intonierten alle Chorsänger und Orchesterbandmitglieder gemeinsam traditionelle Weihnachtslieder: das tänzerische spanische „Feliz Navidad“ und das beschauliche französische „The First Nowel“. Dietrich Westhäußer-Kowalski begleitete die Chöre am Klavier. Mit enthusiastischem Applaus dankte die große Zuhörerschar in der fast vollbesetzten katholischen Kirche St. Maria allen Mitwirkenden für die attraktiven Darbietungen. Das von Schülern, Lehrern und Eltern gestaltete Weihnachtskonzert sei Ausdruck der starken Schulgemeinschaft, in der zwar jeder Einzelne wichtig sei, es aber auf gemeinsames Handeln ankomme, betonte Oberstudiendirektor Henning Zimmermann.

Das Gymnasium sei ein guter Chor, in dem auch mal Misstöne vorkämen, spielte der Schulleiter auf die Irritationen im Vorfeld an, die nach einem klärenden Gespräch ausgeräumt seien. Die Sänger fänden aber rasch wieder in die harmonische Spur, wenn alle einander zuhörten und sich für die gemeinsame Sache engagierten.

Zimmermann dankte allen Mitwirkenden für das gelungene Konzert, besonders den Lehrerinnen der Musikfachschaft Angela Westhäußer-Kowalski, Veronika Hille und Anna Koch-Bader, die es mit viel Herzblut und Engagement vorbereiteten. Inspiriert von der Zeitungsvorberichterstattung zum Musical präsentierte Theologe Albrecht Oethinger aus Backnang beim Eingang der Kirche eine kleine Ausstellung mit eigenen Fotos, aufgenommen während seines Engagements für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung von 1969 bis 1974 im Rahmen der Aktion Sühnezeichen, sowie Hintergrund-Informationen über Martin Luther King.