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Ergebnisse des Runden Tisches vom 15.3.2010

Dieser Termin war das erste Treffen des Runden Tisches seit dem Inkrafttreten der Schulcharta. Diese ist untrennbar mit dem Runden Tisch verbunden, denn alles, was in der Schulcharta steht, wurde beim Runden Tisch entworfen, diskutiert und schließlich akzeptiert. Anschließend kamen diese Entwürfe in die Gremien der Schüler (SMV), Lehrer (Gesamtlehrerkonferenz) und Eltern (Elternbeirat), wurden dort auch diskutiert und letztlich in der Schulkonferenz verabschiedet. Damit ist die Schulcharta an unserer Schule gültig und ersetzt die frühere Hausordnung. Doch die Charta beinhaltet auch, dass sie laufend überprüft und weiterentwickelt wird. Diesem Prozess diente das Treffen des Runden Tisches am 15.3. Zum Runden Tisch kann jeder am Schulleben beteiligte (Schüler, Eltern, Lehrer, Schulleitung, sonstiges Personal) kommen und kann dort mitreden.

Inzwischen fand eine Evaluation statt zum Thema "Respekt" und die Ergebnisse dieser Evaluation waren Grundlage für die Diskussion.

Überall, wo größere Menschengruppen zusammen sind, gibt der respektvolle Umgang miteinander Anlass zu Diskussionen, zumal wenn die Gruppen interessen- und altersmäßig so verschieden sind wie an einer Schule. Unser Gymnasium hat durch die Schulcharta diesem Aspekt einen sehr hohen moralischen Stellenwert eingeräumt, doch das Ziel ist nicht erreicht, indem eine Schulcharta verabschiedet und im Haus aufgehängt ist. So war ein Ergebnis dieses Runden Tisches, dass die Schulcharta immer im Gespräch bleiben muss. Vor allem neu an die Schule kommende Schüler, Eltern und Lehrer müssen jedes Jahr informiert werden über Bedeutung und Werdegang der Schulcharta. Auch im Unterricht sollte die Schulcharta immer wieder thematisiert werden.

Ein zunächst vordergründiges Symptom des respektvollen Umgangs an der Schule ist die Sauberkeit. Hier geht es vor allem um den respektvollen Umgang mit dem Reinigungspersonal. Ärgernis sind vor allem Pizzaschachteln, aber auch sonstiger Müll, der achtlos weggeworfen oder liegen gelassen wird. Hier wird vor allem das Hinsehen von allen Beteiligten gefordert und damit eine Erziehung zu Ordnung und Sauberkeit, sowohl in der Schule als auch im Elternhaus. Die Vorbildfunktion von allen beteiligten wurde hervorgehoben. An die Schulleitung und den Hausmeister erging die Bitte, die Entsorgungsmöglichkeiten zu erweitern und eindeutig zu kennzeichnen. Eine neue Idee ist die Einrichtung eines (täglich) wechselnden Mülldienstes, der sich aus Schülern verschiedener Klassenstufen zusammensetzt. Dieser würde nicht nur für Sauberkeit sorgen, sondern auch zur Aufmerksamkeit in dieser Hinsicht erziehen.

Ein weiteres Zeichen für Respekt bzw. mangelnden Respekt ist das Zuspätkommen im Unterricht, hier gegenüber Lehrern und Mitschülern. Einvernehmlich waren alle Beteiligten der Meinung, dass jeder sich bemühen muss, pünktlich im Unterricht zu erscheinen. Auch hier spielt das Vorbild eine Rolle. Dennoch wird es immer wieder vorkommen, dass jemand zu spät kommt. Verschiedene Vorschläge thematisierten den Umgang damit.

Als Sonderfall des Zuspätkommens wurde dies bei Mitgliedern der SMV gesehen. An unserer Schule gibt es eine außerordentlich rege SMV-Arbeit und viele Schüler engagieren sich neben dem Unterricht für die Belange der Schülerschaft. Dies geht nicht immer in der recht beschränkten Zeit der Pausen, denn hier müssen viele Gespräche nicht nur unter Schülern, sondern auch mit Lehrern und Schulleitung stattfinden. Deswegen erging der Appell an die Lehrer, diese besondere Arbeit zu würdigen; an die Schüler erging die Aufforderung, SMV-Arbeit so weit wie möglich in die unterrichtsfreie Zeit zu verlegen und ansonsten Absprachen zu treffen.

Der sicherlich sensibelste Punkt zum Thema Respekt ist der Umgang mit Schülern, die auf irgendeine Art anders sind als andere, sei es, dass sie den Ruf des Strebers haben aber auch, dass sie durch eine sonstige Auffälligkeit oder Vorliebe sich nicht in die Masse der Schüler einfügen. Hier bieten die vorhandenen Klassenlehrerstunden, die in Klasse 5 (Lernen lernen) und 7 (Schullandheim) als Poolstunden eingerichtet sind, den Klassenlehrern Raum und Zeit, solche Themen anzusprechen und Unstimmigkeiten in der Klasse aufzuspüren und zu Lösungen zu führen. Darüber hinaus sollen Schüler wissen, dass sie in ihren Patenschülern, die auch eine Streitschlichterausbildung haben, und den Vertrauenslehrern weitere Ansprechpartner haben. Gruppenarbeit im Unterricht kann festgefahrene Strukturen verfestigen, werden die Gruppen häufiger gewechselt, können diese auch aufgelöst werden. Eltern sollten ihren Kindern den Rücken stärken und mit den Lehrern im Gespräch bleiben. Wünschenswert sind weitere Netzwerke in der Schule, in denen Schüler mit Schülern anderer Altersstufen mit  gleichen Interessen zusammenkommen und dort häufig Vorbilder und Stützen finden (Beispiel Chor). Ziel ist es hier, eigene Stärken zu fördern, die dann auch zu einem besseren Selbstbewusstsein führen.

Die Ergebnisse dieses Runden Tisches werden nun den Gremien Gesamtlehrerkonferenz, SMV und Elternbeirat vorgetragen.